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Spendenmonitor Schweiz 2009

Spendenbereitschaft der Schweizer bleibt groß.

Die Schweizer Privathaushalte spendeten im Jahr 2009 insgesamt 842 Millionen Franken. Das ist ungefähr gleich viel wie im Vorjahr. In diesem wirtschaftlich schwierigen Jahr stand die Zuwendung zu den Armen und Unterprivilegierten verstärkt im Fokus der Spendenden. Besonders die Spenden für Flüchtlinge nahmen zu.

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Die Finanzkrise hat das Spendenverhalten der Schweizer Privathaushalte nicht nachhaltig beeinträchtigt. Es gab zwar einen kurzzeitigen Einbruch der Spenden im ersten Halbjahr 2009, aber insgesamt blieb die Spendensumme unverändert und auch der Anteil der Spendenden blieb gleich. Wie im Vorjahr haben auch im Jahr 2009 fast drei Viertel aller Haushalte in der Schweiz gespendet. Mit einem Wert von 72% liegt der Spenderanteil damit leicht über dem Mittel der 13 Jahre seit Beginn der Spendenmonitor-Erhebungen, welches 70,15%beträgt.

Weniger Spenden im ersten Halbjahr

Die durchschnittliche Spendensumme pro Haushalt lag wie im Vorjahr bei rund 450 Schweizer Franken. Das geschätzte Spendenvolumen (ohne Legate, Firmenspenden, Groß-Spender und Entschädigungen durch die öffentliche Hand) in der Schweiz stieg im Vergleich zum Vorjahr geringfügig von 830 Millionen auf 842 Millionen Schweizer Franken. Dass die Spendensumme gleich geblieben ist, erstaunt auf den ersten Blick, wäre doch zu vermuten, dass sich die Wirtschaftskrise auch negativ auf den Spendenfluss auswirken würde. Tatsächlich gab es einen Einbruch zu Beginn des Jahres, besonders in den Monaten Februar und März waren die Spendenbeiträge sehr tief. Ein sehr gutes Ergebnis im November vermochte das Gesamtergebnis aber wieder auszugleichen.

Haushalte ohne Kinder spendeten großzügiger

Interessant ist ein Vergleich der Altersgruppen. Dabei sieht man, dass die Personen im Alter zwischen 35 und 50 Jahren deutlich weniger gespendet haben, hingegen die 51-64-jährigen deutlich mehr. Es waren also die Menschen, die häufig noch Kinder zu versorgen haben, die ihr Spendenbudget eingeschränkt haben. Gleichzeitig hat die Altersgruppe der Erwerbstätigen mit leerem Nest (wo die Kinder ausgeflogen sind)mehr Geld locker gemacht und zeigte sich in dieser Zeit großzügiger. Kreuzt man die Spendensumme mit der Variable, ob jemand Kinder hat, bestätigt sich dieser Befund:2009 spendeten Leute mit Kindern durchschnittlich 420 Franken und solche ohne Kinder 468 Franken. Vor einem Jahr war das Verhältnis umgekehrt.

Verlagerung zu Gunsten der Entwicklungshilfe und der Flüchtlinge

Auffällig ist in diesem Jahr eine Akzentverschiebung zu Gunsten der sozialen Zwecke: die Spendenden in der Schweiz gaben in diesem Jahr häufiger als zuvor Geld für die Entwicklungshilfe, für die Hungerbekämpfung, für Flüchtlinge und für arme Menschen. Offensichtlich stand die Situation der unterprivilegierten Menschen in der Zeit der Wirtschaftskrise wieder vermehrt im Fokus der Spendenden. Den markantesten Sprung gab es zu Gunsten der Flüchtlinge, für die in den vergangenen Jahren nie mehr als 6 Prozent der Spendenden regelmäßig etwas gaben. Sowohl für Flüchtlinge im Inland wie für solche im Ausland beträgt der Wert neu über 10 Prozent, was einer Verdoppelung bzw. fast einer Verdreifachung des bisherigen Anteils darstellt. Zu diesem Ergebnis hat sicherlich die verstärkte Präsenz von Amnesty International beigetragen. Die Flüchtlinge standen aber auch stärker als auch schon im Fokus der Medien.

Die meist begünstigten Spendenzwecke der Schweizer Haushalte waren 2009 die Krankheitsbekämpfung (38%), die Behindertenhilfe (33%)und die Kinderhilfe (30%).Die regelmäßigen Spenden für Kinder waren allerdings zum zweiten Mal in Folge rückläufig. Möglicherweise ist dies die Folge eines Sättigungseffekts, nachdem über mehrere Jahre die Kinder stark in den Vordergrund der Werbebotschaften gestellt worden waren. Die Krankheitsbekämpfung und die Hilfe für Behinderte erhielten leicht weniger regelmäßige Spenden als vor zwei Jahren. Der Natur- und Umweltschutz, für den es vor zwei Jahren den stärksten Zuwachs gab, konnte seine Stellung im Spendenmarkt auf dem früheren Niveau halten.

Zur Studie
Das Forschungsinstitut gfs-zürich befragte vom 5. Dezember 2008 bis 30. November 2009 im Auftrag von 35 gemeinnützigen Organisationen 1521 Personen in der Deutsch- und Westschweiz zu ihrem Spendenverhalten und zum Image der Werke. Die repräsentative Befragung wird seit 1997 jährlich durchgeführt.

29.03.2010

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